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Freitag, 14. Dezember 2018 23:58

 

Erster Sieg für die Schweiz

Nein, Toreschiessen gegen die Schweiz liegt Japan 2018 einfach nicht... In 180 gespielten Minuten im aktuellen Kalenderjahr gelang Japan gerade mal ein Treffer gegen die Eisgenossinnen. Saskia Maurer fing 38 Schüsse und Alina Müller erzielte den Gamewinner shorthanded.  

Die Aufgabe war für die Schweizerinnen nicht einfach. Nach zwei intensiven Spielen stand der Vergleich mit Japan auf dem Programm. Japan, welches einen Ruhetag hatte und zuvor Finnland und auch Deutschland geschlagen hatte.

Man darf jedoch behaupten, dass die Situation das Team enorm zusammenschweisste und ihm, die explizite Aufgabe vor Augen neue Kräfte einhauchte. Wie gegen Deutschland begann die Schweiz optisch überlegen, hatte klar mehr Abschlüsse und im ersten Powerplay auch einige Chancen welche aber allesamt ungenutzt blieben. Danach kam "Smiling Japan" viel besser in Fahrt und begann seinerseits Druck auf die Zone der Schweizerinnen zu machen.
Doch dort war Endstation spätestens bei einer starken Saskia Maurer, welche heute keinen Treffer zuliess.
Was dem Team half, an den Sieg zu glauben und an das Fernhalten des Gegners aus der gefährlichen Zone, was im Spiel gegen Japan einen besonderen Stellenwert einnimmt.

So kämpften beide Mannschaften um Vorteile, um Abschlüsse und um gutes Eis.

Und als in der 50. Minute Steffi Wetli auf der Strafbank Platz nehmen musste sah Japan seine Chance gekommen. Schon in der ersten Strafe gegen die Schweiz kamen sie zu zahlreichen Abschlüssen, so auch in der aktuellen Überzahl.
Aber da war ja noch Alina Müller, welche in Vierumäki noch nicht getroffen hatte und - so schien es - diesen Moment just für die Paradedisziplin der Gegnerinnen aufgehoben hatte. In diesem winzigen Augenblick, diesem einen zu offensichtlichen Spiel griff die Winterthurerin ein, stahl die Scheibe und führte sie über das ganze Feld bis in die Zone der Japanerinnen.
Was sie dort machte war so frech wie brilliant. Fast an der Grundlinie entlang gleitend weckte sie den Eindruck, auf die andere Seite des Tores ziehen zu wollen. Was die bis dorthin fehlerlose japanische Torfrau veranlasste, den Schritt in Richtung der anderen Torecke zu machen. Stattdessen schob Müller den Puck am nahen Pfosten und zwischen die Beine ein.

Die förmliche Erleichterung nach der gelungenen Führung beflügelte die Eisgenossinnen den Sieg über die letzten 9 Minuten zu bringen, was angesichts schwindender Kräfte zu einem Marathon verkam. Aber mit gemeinsamer Unterstützung und wiederum aufopfernden Spiel gelang es bis in die letzte Minute das Tor rein zu halten.
Bis Sinja Leemanns Stunde schlug. Mit einem 60 Meterschuss traf sie nicht nur zu ihrem ersten Tor der Karriere sondern ins mittlerweile verwaiste japanische Tor zur Siegsicherung.

Die letzten 30 Sekunden überstanden die Schweizerinnen auch noch und holten auch noch die Null zum erkämpften und für Saskia Maurer verdienten Shutout ab.

Das junge Team aus der Schweiz hat ein starkes Zeichen gesetzt und bewiesen, dass sie über ein Turnier hinweg lernen und umsetzen können.
Dies werden sie morgen umso mehr brauchen als der vierte Gegner in vier Tagen Finnland heissen wird.
Finnland, welches am Nachmittag Deutschland regelrecht überfahren hatte, nach 20 Minuten bereits mit 4:0 Toren führte und dabei ziemlich unwiderstehlich wirkte.
Dass es nicht höher ging lag auch an den Deutschen, welche sich im Abschiedsspiel von Coach Benjamin Hinterstocker nochmals fingen und die Zone besser kontrollierten. Dem Tempo der Finninnen hatten sie aber nur wenig entgegenzusetzen.

So steigt also Morgen Samstag um 15:30 Uhr das finale Spiel des Jahres in Hämeenlinna. Jener Ort an dem sie an der WM 2009 nur 20 Minuten vor dem sicheren Abstieg standen, dann aber China noch ins Penaltyschiessen zwangen und dort niederrangen. Und tags darauf... Japan mit 3:2 schlugen um den einzigen sicheren Platz in der Abstiegsrunde zu erreichen.
In der Arena von Morgen spielten die Schweizerinnen auch damals. Sie verloren just gegen Finnland mit 3:6. Eine wunderbare Chance also, Revanche für das Team von damals zu nehmen, von welchem heute aktuell nur noch die Tessinerin Nicole Bullo im Dienste der Nationalmannschaft steht. 

Das Spiel wird live im Internet gestreamt: Link.
   

Schweiz - Japan 2:0 (0:0, 0:0, 2:0)

Viermumäki (FIN) / Jäähalli 2 - 10 Zuschauer - SR. Nurmi, Ketonen (Sainio, Heikkinen)

Tore: 51. Alina Müller (Staenz; Ausschluss Wetli!) 1:0. 60. (59:32) Leemann (ins leere Tor) 2:0.

Strafen: 2 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 2 x 2 Minuten gegen Japan.

Schweiz: Maurer; Altmann, Leemann; Forster, Christen; Vallario, Wetli; Hauser; Staenz, Alina Müller, Isabel Waidacher; Rüegg, Raselli, Enzler; Schlegel, Rüedi, Ryser; Quennec, Ryhner, Chelsea Bräm.

Bemerkungen: Schweiz ohne Alder (Ersatz), Best Player Schweiz: Raselli. Schussverhältnis: 22:38 gegen die Schweiz. Vor dem Spiel Dominique Rüegg für 100 Länderspiele geehrt.