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Samstag, 06. Januar 2018 20:11

 

Schweiz verliert in Overtime

Die Schweizerinnen kämpften sich zweimal zurück und legten dann gar vor, am Ende aber obsiegte Finnland in der Overtime. Somit belegen die Eisgenossinnen nach einem tollen Turnier den etwas undankbaren 4. Platz. Vor dem Spiel wurde Shannon Sigrist für ihr 50. Länderspiel geehrt.

Nein, Angst hatten die Schweizerinnen vor der Weltnummer 3 nicht. Zwar spielte diese ihre Klasse mehrmals aus, doch distanzieren liessen sich die Eisgenossinnen deswegen nicht. Nuutinens etwas glückliches Führungstor konterte das Südschweizer Duo Nicole Bullo und Evelina Raselli mit dem Ausgleich nur 4 Minuten später. Bullo eroberte die Scheibe hinter dem Tor und passte am nahen Pfosten zu Raselli welche den Puck unter Finnlands Keeperin Räisänen einschob. Noch in derselben Minute antwortete aber wiederum die Suomi mit einem Distanzschuss welcher durch einen «6-Frauen-vor-dem-Tor»-Screen ins Netz flog. Florence Schelling im Tor der Schweizerinnen war dabei machtlos.

Das Mitteldrittel dürfte den Finninnen dann aber im Hals stecken geblieben sein. Trotz 12:2 Schüssen, begünstigt durch zwei Strafen gegen die Schweiz, kassierten sie den Ausgleich wiederum durch die starke Raselli. Aus einem Takeover perfekt von Sabrina Zollinger lanciert schob sie die Scheibe erneut unter Räisänen durch.

Davon erholten sich die emsigen Nordländerinnen nur schlecht, welche viel Aufwand für ebenso wenig Ertrag betrieben. Einfacher machten es sich da die Schweizerinnen in der 56. Minute. Tess Allemann befreite die Scheibe aus der eigenen Zone, Phoebe Staenz ersprintete die Scheibe aus und flog links der Bande entlang ins Drittel der Finninnen. Dort platzierte sie aus der Distanz (!) einen Handgelenkschuss genau ins Kreuz. Die Halle stand Kopf.
Dass es aber nicht zum ersten Sieg seit der Bronzemedaille in Burlington reichte lag aber an den ebenso willensstarken Gegnerinnen. Zu Sechst und ohne Goalie schafften sie den Ausgleich mittels abgelenktem Schuss doch noch und brauchten in der Verlängerung nur einen einzigen Angriff nach einer knapp zweiminütigen Druckphase der Schweizerinnen.

Dass sie sich bei diversen Göttern wohl haben bedanken müssen für den Pokal der Drittplatzierten sah man den Finninnen beim Gruppenfoto merklich an. Nur knapp entgingen sie einer weiteren Niederlage wie am Vortag gegen Russland, welches übrigens den Final mit 4:1 gegen Schweden gewann. Die Positionen für den Februar sind definitiv bezogen. Und die Schweiz lauert!

Im Mittagsspiel gewann Kanada gegen Deutschland mit 5:1. Captain Julia Zorn persönlich rettete die deutsche Ehre am Heimturnier mit dem einzigen Tor in 180 Spielminuten. Aber auch Kanada wird sich zu Hause den Fragen stellen müssen, schnitten sie doch so schlecht wie noch nie an dem Cup ab.

Headcoach Daniela Diaz zum Turnier in Füssen: «Wir haben 3 gute Spiele gezeigt, das Team hat wiederum sehr hart gearbeitet, auf und neben dem Eis. Das Turnier war ein guter Abschluss der Vorbereitung auf die OS und wichtig auch für den nun kommenden Selektionsprozess. Wir sind bereit für PyeongChang!»

Schweiz - Finnland 3:4nV (1:2, 1:0, 1:1, 0:1) - Telegramm

Arena / Füssen - 130 Zuschauer - SR. Kiefer, Paule (Kohlmüller, Linnek)

Tore: 11. Nuutinen (Lindstedt) 0:1. 15. Raselli (Bullo, Staenz) 1:1. 15. Savolainen (Hovi) 1:2. 29. Raselli (Zollinger) 2:2. 56. Staenz (Allemann, Raselli) 3:2. 59. (58:34) Tapani (Välilä, Hiirikoski; Finnland ohne Torhüterin) 3:3. 63. Tapani (Välilä, Hiirikoski) 3:4.

Strafen: 2 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 1 x 2 Minuten gegen Finnland.

Schweiz: Schelling; Altmann, Thalmann, Gass, Meier, L. Benz, Zollinger, Sigrist, Forster; Staenz, Bullo, Raselli, Stalder, A. Müller, I. Waidacher, N. Waidacher, Rüegg, S. Benz, M. Waidacher, Allemann, Quennec.

Bemerkungen: Schweiz ohne Alder (Ersatz) und Brändli (überzählig). Schussverhältnis 19:40 gegen die Schweiz. Vor dem Spiel Shannon Sigrist für 50 Länderspiele geehrt.