Top-Division WM 2017 in den U.S.A.

vom 31.3. - 7.4.2017 in Plymouth, Michigan

Die Top Division WM der Frauen findet 2017 zum insgesamt vierten Mal in den U.S.A. statt.

Als Austragungsort wurde Plymouth (30km westlich von Detroit) ausgewählt. Homepage der Stadt: Link / Google maps.

Die Schweiz spielt an der WM2017 in der Gruppe B, abgeleitet vom Ergebnis der WM 2016.

Teilnehmer Gruppe A: USA, Kanada, Russland, Finnland.
Teilnehmer Gruppe B: Schweden, Tschechien, Schweiz, Deutschland

Stadien:
- Plymouth Hockey Arena ("USA Hockey Arena"), Kapazität 4'500 ZuschauerInnen.
- 2. Eisfeld in der Arena wird für die weiteren Spiele (Gruppe B) verwendet.
- Homepage des Stadions auf Wikipedia: Link

Spielplan Vorrunde Schweiz (alle Zeiten lokal USA):
- Fr, 31.3.2016, 12:00 Uhr: Tschechien - Schweiz
- Sa, 1.4.2016, 18:00 Uhr: Schweiz - Schweden
- Mo, 3.4.2016, 12:00 Uhr: Deutschland - Schweiz

Homepage zur WM (IIHF): Link

Vorbereitungsspiele der Schweiz:
- So, 26.3.2017, 15.00 Uhr: Schweiz - Adrian College 11:1 (4:0, 4:1, 3:0) - Bericht
- Di, 28.3.2017, 16.00 Uhr: Schweiz - Russland 4:0 (1:0, 2:0, 1:0) - Bericht

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Spielbericht Schweiz - Adrian College

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Die Schweiz ist gut in den USA angekommen. Und schlägt das Adrian College diskussionslos mit 11:1.

Ohne Nina Waidacher (verletzt) bestritten die Schweizerinnen heute ihr erstes Testspiel gegen das Schulteam des Adrian College. Diese liessen extra einen Satz Matchdresses für den Anlass anfertigen. Dies hinderte die Schweizerinnen aber nicht daran, den 3 eingesetzten Goalies des Collegeteams die Bude voll zu schiessen.

Einziges Highlight für das Schulteam blieb das Tor von Courtney Tyll zur Spielhälfte. Ihr persönliches Highlight aber erlebte Tyll erst nach Spielschluss als sie nach dem Gruppenfoto von ihrem Freund mit einem Heiratsantrag auf dem Eis überrascht wurde. History – einmal mehr.

Die Schweiz spielt nun übermorgen gegen Russland ihren letzten Test vor dem WM-Start. Mit den Bronzemedaillengewinnerinnen von Kamloops 2016 wartet ein ungleich stärkerer Gegner. Dieser Test wird den Schweizerinnen eine Positionsbestimmung erlauben. Mehr als das heutige «Training unter Wettkampfbedingungen». Was nicht wertend sein soll, denn die Eisgenossinnen liessen gerade defensiv nicht viel zu und gefielen ihrerseits mit schönem Kombinationsspiel und dem guten Auge für den tödlichen Pass oder Schuss.

Schweiz – Adrian College (NCAA Div. III) 11:1 (4:0, 4:1, 3:0)

Ice Cube / Ann Arbor - 200 Zuschauer

Tore: 7. (7:00) Stalder (Meier, A. Müller; Ausschluss Smith) 1:0. 8. (7:48) Stalder (Meier, A. Müller) 2:0. 14. A. Müller 3:0. 17. Staenz (Raselli, Stalder) 4:0. 25. Thalmann (Forster, Stalder) 5:0. 31. Thalmann (Zollinger, I. Waidacher; Ausschluss Noles) 6:0. 33. (32:11) Tyll (Schroka) 6:1. 33. (32:40) Zollinger (Raselli) 7:1. 35. Stalder (Meier, A. Müller) 8:1. 46. L. Benz (A. Müller, L. Rüedi) 9:1. 57. Stalder (L. Rüedi) 10:1. 59. Staenz (A. Müller, Stalder; Ausschluss Millar) 11:1.   

Strafen: 1 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 5 x 2 Minuten gegen Adrian College.

Schweiz: Brändli (31. Alder); Altmann, Bullo, Forster, Meier, Zollinger, L. Benz, Sigrist; I. Waidacher, Raselli, Staenz, Stalder, A. Müller, Thalmann; Stiefel, Rüegg, Enzler, L. Rüedi. Allemann, M. Waidacher.

Bemerkungen: Schweiz ohne Schelling (überzählig) und N. Waidacher (verletzt). Schussverhältnis 54:12 für die Schweiz.

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26.3.2017: Gruppenfoto mit Adrian College...
...Heiratsantrag inklusive :)

Spielbericht Schweiz - Russland

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Es war wie leider meist, wenn die Schweiz auf Russland trifft. Irgendwann wird es ruppig. So auch heute. Aber eigentlich nur auf einer Seite. Russland konnte mit dem Spiel der Eisgenossinnen nicht umgehen und kassierte total 2 Restausschlüsse. Die Schweizerinnen dankten es mit Toren und gewannen den Abschlusstest vor der WM mit 4:0.

Das erste Drittel war tempo- und spielmässig bereits auf hohem Niveau. Und fair. Vor und zurück, gute Chancen auf beiden Seiten. Und mit einem Tor der Schweizerinnen. Zur Drittelshälfte hatte Shibanova noch nicht richtig Platz genommen, da jubelte Alina Müller bereits über den Treffer im Powerplay. Sie blockte das Bully zuvor, Evelina Raselli gewann den Puck und passte zurück zu Lara Stalder. Diese fand mit ihrem präzisen Pass Müller bereits am weiten Pfosten – Tor! 6 Sekunden, kein schlechter Wert für das Ausnützen einer Strafe.

Im zweiten Drittel spielte man schnell nur mit je 4 Feldspielerinnen, was den schnellen Läuferinnen beider Teams viel Freiheiten gab. Ok – Lara Stalder war schneller – 2:0. Und sofort zog der russische Headcoach Goalie Sorokina und ersetzte sie bereit in der 23. Minute durch Alexandrova. Ihres Zeichens MVP der WM 2013.
Sie hielt dicht bis ihr Captain Olga Sosina die erste grössere Aufmerksamkeit erhielt. Wenn auch negativer Art. Im Boxplay verhakte sie sich vor ihrem Tor mit Sandra Thalmann. Beide kamen zu Fall und und lagen kanpp übereinander. Sosina liess sich dazu verleiten, mit Kickbewegungen ihrer Füsse aus der Situation zu kommen. Dass sie dabei auf Kopf und Schulter Thalmanns trat brachte ihr einen sofortigen Restausschluss ein. Das hielt die Russinnen aber nicht davon ab, munter weiter Strafen zu sammeln und sie sahen sich so bald einem 3 gegen 5 gestellt. Es dauerte nicht lange, bis das Schweizer Specialteam die Lücke fand und Phoebe Staenz den Abpraller verwertete. 3:0.

Nach einem eher ruppigen 2. Abschnitt ging es auch im 3. Drittel hoch zu und her. Die Russinnen waren immer mit Kontern gefährlich, fanden aber ihre Meisterin in einer sehr souveränen Florence Schelling zwischen den Schweizer Pfosten. Und wenn sie mal dem Tor trotzdem näher kamen stoppten sie sich selbst wieder mit Strafen zur Unzeit. So auch knapp 10 Minuten vor Schluss. Smolentseva musste für ihr Team eine Strafe wegen zu vielen Spielerinnen absitzen als sich auch noch Dyupina zu ihr gesellte. Sie legte gleich am folgenden Anspiel Alina Müller aufs Kreuz und bescherte ihrem Team eine neuerliche 3 gegen 5-Situation. Wenn auch nur für 8 Sekunden. Dann fand Christine Meier Evelina Raselli am weiten Pfosten, 4:0.
Das schlug den Russinnen nun endgültig auf den Magen und sie versuchten noch mit der Brechstange vor’s und ins Schweizer Tor zu kommen. Doch heute stand die Verteidigung im Slot felsenfest und brachte die Scheibe schnell aus der Gefahrenzone. So musste der Frust irgendwann raus und 69 Sekunden vor Schluss liess sich auch Shokina noch zu einer Tätlichkeit hinreissen als sie Flo Schelling mit dem Stock in den Hals niederstreckte. Fehl am Platz für ein Freundschaftsspiel und bei diesem Spielstand. Auch Shokina durfte vor- aber offenbar nicht rechtzeitig Feierabend machen. Nach einiger Pflege auf dem Platz konnte Scheling schliesslich die letzten Sekunden fertig spielen und den Shutout feiern, welchen sie sich mit einer Glanzleistung verdient hatte.

Die Schweiz gewinnt also die Revanche für Telfs mit einer Willensleistung des Teams und effizientem Powerplay. Und darf zur Kenntnis nehmen dass sie defensiv sehr solide und clever gearbeitet haben.
Gleich im Anschluss massen sich auch noch Schweden und Deutschland. Dieses Spiel ging bis ins Penaltyschiessen welches die Schwedinnen für sich entschieden. Zuvor hatte Deutschland einen 0:2 Rückstand wettgemacht. Einmal traf Lanzl bei 3 gegen 5 per Shorthander (!), später waren es die Deutschen, welche selbst bei 5 gegen 3 treffen konnten.

Schweiz – Russland 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)

Ice Cube / Ann Arbor - 100 Zuschauer

Tore: 11. A. Müller (Stalder, Raselli; Ausschluss Shibanova). 23. Stalder (Meier) 2:0. 39. Staenz (Raselli, Stalder; Ausschlüsse Sosina, Shtaryova) 3:0. 49. Raselli (Meier, Stalder; Ausschlüsse Smolentseva, Dyupina) 4:0.    

Strafen: 5 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 9 x 2 Minuten plus 2 x 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafen (Sosina, Treten einer Spielerin und Shokina, Stockschlag mit Verletzungsfolge) gegen Russland.

Schweiz: Schelling; Altmann, Bullo, L. Benz, Meier, Zollinger, Forster, Sigrist, Abgottspon; Rüegg, Raselli, Staenz, Stalder, A. Müller, Thalmann, I. Waidacher, Stiefel, Enzler, L. Rüedi. Allemann, M. Waidacher.

Bemerkungen: Schweiz ohne Brändli (Ersatz) und Alder (überzählig). Schussverhältnis 30:35 gegen die Schweiz.

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